1.2.2026
Auch das erste Morgenessen wurde am Vortag geliefert. Nun geht es zum Zentrum, um an einer Ortsbesichtigung teilzunehmen. Aus unerklärlichen Gründen warteten wir etwa eine Stunde auf die richtige Startzeit, was ein Irrtum war, denn wir sind nach Schweizer Zeit nun eine Stunde zu spät. Macht nichts, denn erstens ist der Ort sehr klein, ein paar Shops, Cafés, das Hotel Luostotunturi und das Kontiki und Safari Office. In letzterem holen wir den Tretschlitten und die Schneeschuhe ab (wie auch einen Overall für die beiden Schlitten-Tage) und treffen auf Tanja, unsere Reiseleiterin, die uns kurz über das Verpasste informierte. Mit den abgeholten Utensilien wandern wir wieder zurück zum Blockhaus, versuchen es mit Tretschlittenfahren, aber der Weg ist zu flach und damit anstrengender als zu Fuss zu gehen.
Gegen Abend treffen wir uns wieder zum Willkommens-Apero am Lagerfeuer bei einer Kota im Wald, mit heissem Beerensaft. Dazu grillieren wir eine mitgebrachte Rentierwurst und bekommen von Tanja viele Informationen zu den Samen:
Die Samen leben seit vielen hundert Jahren in Verbindung mit der Natur und den Rentieren, leben von Zucht, Landwirtschaft, Tourismus, Rentierschlittenfahrten und Veranstaltungen. Sie haben einen eigenen Dialekt, einen Sitz im Parlament, eine eigene Universität und ein eigener Fernsehsender. Im 19. Jahrhundert wurde es den Samen verboten, rechteckige Häuser zu bauen, da dies den „Herren“ vorbehalten wurde. Daher gibt es die 8-eckigen Kotas mit Feuerstellen in der Mitte und einem Abzug an der spitzigen Decke. Der Joik ist ein traditioneller und persönlicher Gesang der Samen. Sie besingen Menschen, Tiere und Naturphänomene, wie das Nordlicht. Ein neugeborenes Kind bekommt seinen Joik von den Eltern geschenkt. Die Grundmelodie kann der Familie zugeordnet werden.